Laufmagazin - Doping
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Natural Power! Popeye setzt auf Spinat, statt Pharma und Chemie!

Doping - das düstere Kapitel beim Laufen, Radfahren, Ausdauersport
Copyright für alle Beiträge und Fotos: Herbert Steffny
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Gehaltvolle Doping-Worte...:

  • "Ich kenne unsere Tests. Da ist es nahezu unmöglich, etwas Verbotenes zu machen."
    (Doping-positiver Patrik Sinkewitz im Interview vor der Tour de France 2007)
  • "Ist ein Wonderbra nicht auch schon Doping? Du täuschst vor, was du nicht hast."(Stabhochspringer Tim Lobinger aus seinem ganz speziellen Blickwinkel)
  • "Ich verhindere, dass die Radprofis an Blutarmut erkranken" (Dr. Eufemiano Fuentes, dem es offenbar nur um die Gesundheit der Sportler ging...)
  • "Wer immer noch nicht eins und eins zusammenzählen kann, was im Radsport los war, dem kann ich nicht helfen." (Jan Ullrich in Sport-Bild zur Radsportvergangenheit)
  • "Ich denke, dass alle, die da mitfahren, sauber sind. Und zwar deswegen, weil die Kontrollen so umfassend sind. Deswegen sage ich: Der Radsport ist eine der saubersten Sportarten, weil es so viele Kontrollen gibt." (nochmals Jan Ullrich in Eurosport/Yahoo Interview zur Tour de France 2009)
Doping Spritzensport - Foto Copyright: www.herbertsteffny.de
Spritzensport?
Soll ein Jugendlicher fragen:
"
Was soll ich trainieren?"
oder:
"Was soll ich schlucken?"
Foto, Copyright: H.Steffny

Dopingangst - Chinas Marathonläufer züchten eigene Hühner (3.3.2012)


Sie erinnern sich? 1993 beherrschte die "Armee" des Trainers Ma Junren wie hier bei der WM in Stuttgart die Mittel- und Langstrecken nach Belieben. U.a. soll Schildkrötenblut geholfen haben. Hilft Chinas Männern nun die eigene Hühnerzucht?
(Foto, Copyright: www.herbertsteffny.de)

Die Angst vor mit Hormonen kontaminierten Lebensmitteln oder Nahrungsergänzungsmitteln geht in Sportlerkreisen um. So wurde 2011 in Mexiko beim CONCACAF Gold Cup bei fünf Fußballspielern das Mastmittel Clenbuterol nachgewiesen. Tatsächlich konnte das Hormon später im Fleisch einer Kantine nachgewiesen werden. Auch Aberto Contador führte seine erhöhten Hormonspiegel auf Fleischverzehr zurück, was man ihm aber nicht abnahm.

In China führt die Hormonangst nun, wie das taiwanesische Online Portal Want China Times berichtet, zu ganz anderen Vorsichtsmaßnahmen. In den 90er Jahren dominierte kurzfristig die Armee des Trainers Ma Junren die Frauen Mittel- und Langstreckenszene in der Weltspitze. Bis heute stehen beispielsweise noch der 10.000 Weltrekord von Wang Junxia mit 29:31,78 Minuten aus dem Jahre 1993, ebenso die 3:50,46 Minuten über 1.500 Meter von Kollegin Yunxia Qu aus dem gleichen Jahr. Über 3.000 Meter belegen die Chinesinnen sogar noch heute die ersten vier Plätze der Ewigen Weltbestenliste. Der Weltrekord liegt mit 8:06:11 (Wang Yunxia) ganze 15 Sekunden schneller, als die beste Leistung einer Nicht-Chinesin (8:21,42 Minuten, Gabriela Szabo). Der überfallartige Zauber des Jahres 1993 war aber bald vorbei, nachdem Dopingverdächtigungen aufkamen. Trainer Ma Junren verteidigte sein Team und gab u.a. an, dass ausgerechnet Schildkrötenblut seine Läuferinnen schnell gemacht habe solle. Die Truppe verschwand bald von der Bildfläche....

Chinas Männer haben sich auf den Mittel- und Langstrecken im Gegensatz zu den Damen nie besonders mit Ruhm bekleckert. Der nationale Marathon Rekord steht bei 2:08:15 Stunden, den Ren Longyun 2007 in Peking aufstellte. Das ist für ein Milliarden Volk vergleichsweise schlecht und die Frauen sind hier mit 2:19:39 Stunden durch Sun Yingjie näher an der absoluten Weltspitze. Das Männer Marathon Kader für die Olympischen Spiele 2012 möchte aber nun auf Nummer sicher gehen. Athleten, Manager und Trainer züchten nun im Trainingslager in Lijiang 20 eigene Hühner um Kontaminationen mit Zuchthormonen zu vermeiden. Auch an Schweinezucht habe man gedacht, aber die Tiere seien zu groß und deren Zucht zu aufwändig. In 3.700 Meter Höhe hat man sich auch mit Yak-Fleisch eingedeckt und mit Fisch aus sauberen Quellen versorgt. In der Ernährung überwiegt aber ohnehin Gemüse.

...und nun auch Jan Ullrich... na, wer hätte das gedacht?! (9.2.2012)


So läuft das Ritzel wie geschmiert...
(Foto, Copyright: www.herbertsteffny.de)

Nein, iss nicht wahr... nun nach Alberto Contador auch Jan Ullrich? Na sowas... endlich wird beim Radsport mal Klartext gesprochen und man verschont nicht die "Großen"! Typisch übrigens - "Cleverle" Lance Armstrong kam in den USA mal wieder davon, sein Verfahren wurde eingestellt. Der hat für mich das Zeug zum Präsidenten... warten wir es mal ab. Heute hat der Internationale Sportgerichtshof CAS nach langer Hängepartie auch in Sachen des Tour Siegers von 1997 für Klarheit gesorgt. Dem Ex-Radler wurden seine Ergebnisse seit Mai 2005 aberkannt. Darunter sein 3.Platz bei der Tour de France 2005 und der Sieg bei der Tour de Suisse 2006. Die Richter bekräftigten, dass eine Verstrickung Ullrichs in die Doping-Affäre (Blutbeutel) um den spanischen Mediziner Eufemiano Fuentes seit dem 1.5.2005 bewiesen sei. Wahrscheinlich hätte eine Zusammenarbeit schon früher bestanden. Zudem muss Ullrich 10.000 Schweizer Franken an die UCI, den Weltrad-Verband zahlen. Der Beklagte habe sich im Verfahren nie zur Sache selbst geäußert, sondern über seine Anwälte nur "folgenlose Verfahrens-Einwendungen" geltend gemacht. Das begründe die lange Verfahrensdauer und die mehrmalige Urteilsverschiebung, so der CAS in der 24-seitigen Urteilsbegründung.

Welch ein Zufall! Ullrich trat gerade gestern ein langfristiges Sponsoren-Verhältnis als Botschafter mit der Pharma- und Kosmetikgruppe Dr. Wolff (u.a. Haarwaschmittel Alpecin) an. Auf Jan Ullrichs Homepage prangt heute die Überschrift: ALPECIN engagiert sich zusammen mit Jan Ullrich langfristig für den Radsport. Die Lachnummer ist natürlich, dass die Dr. Wolff-Gruppe, die auch den Amateur-Radsport sponsert, für ihre Shampoos mit dem Slogan "Doping für die Haare" wirbt. Der frühere Zusatz "...nur für die Haare!" ist mittlerweile gestrichen worden. Na, da hat man den Bock zum Gärtner gemacht. Welche Botschaft vermittelt denn dieser Botschafter? Aufmerksamkeit wird Alpecin nun damit sicherlich bekommen, so wie die Schweizer Uhrenfirma Festina 1998 bei der Tour de France bei der Festina-Affäre (EPO, Anabolica) um das Team von Richard Virenque. Danach wurde die Uhrenfirma in neuen Kreisen deutlich bekannter. Meine Empfehlung: es gab sie übrigens auch mit einem roten Armband....

Ullrich plant nun eine Stellungnahme. Die könnte wieder ziemlich hilflos ausfallen... Es bleibt für mich dabei: Wer schützt Jan Ullrich vor Jan Ullrich? Und: von welchen Beratern ist/war das frühere Idol eigentlich umgeben? Hätte er frühzeitig alles eingestanden und nicht genauso gelogen und geschwiegen wie seine Kollegen, dann hätte man ihm wohl einiges verziehen...

(M)eine Satire zu den Blutbeuteln von 2008


Contador für zwei Jahre gesperrt und Tour-Sieg aberkannt (6.2.2012)

Gerade wurde in den USA das Verfahren gegen Lance Armstrong wegen Dopings eingestellt, da fällte der Internationale Sportgerichtshof CAS nach langem Hin- und Her endlich ein fast unerwartetes Urteil im Falle Alberto Contador. Der dreifache Tour Sieger war vor eineinhalb Jahren mit erhöhten Clenbuterol Befunden ertappt worden, den der 29-Jährige auf Verzehr von Steaks zurückführte, eine bekannte Ausrede. Doch der CAS nahm ihm diese Geschichte nicht ab und verurteilte ihn zu einer Sperre von zwei Jahren. Alle Ergebnisse nach dem 21.7.2010 werden gestrichen, dazu gehören auch der Tour Sieg 2010 und der Giro d'Italia Erfolg von 2011. Der Luxemburger Andy Schleck würde als Tour Zweiter im Nachhinein zum Tour-Gewinner 2010 aufrücken. Zudem drohen Contador Strafen in Höhe von 2,4 Million Euro. Unklar ist, was mit den Preisgeldern geschehen wird, die er folglich zu Unrecht kassiert hat. Alleine für den Tour Sieg gab es 450.000 Euro, die nun Schleck zustehen müssten. Die Zwei-Jahresstrafe ist allerdings rückwirkend, so dass der Spanier wieder ab dem 5.8.2012 fahren darf. Die Olympischen Spiele sind aber davor. Die CAS, das höchste Sportgerichtsgremium, folgte damit einem Einspruch des Radweltverbandes UCI und der Welt-Anti-Doping-Behörde WADA gegen einen Freispruch des Königlich Spanischen Verbandes RFEC vom Februar 2011. Contador war im Jahre 2006 mutmaßlich auch Kunde des Dopingarzt Eufemiano Fuentes. Auch damals schlossen die spanischen Behörden vorzeitig die Akten.


Späte Einsicht - Irischer Marathonläufer Martin Fagan mit EPO erwischt (17.1.2012)

Der irische Marathonläufer und Halbmarathonrekordler (60:57 Minuten) Martin Fagan wurde bei einem Trainingslager in Tuscon/Arizona  bei einer unangemeldeten Trainingskontrolle der EPO-Einnahme (Blutbildung stimulierendes Hormon Erythropoietin) überführt. Dafür bekam er jetzt eine zweijährige Sperre. Der in den USA lebende 28-jährige Olympiakandidat ist anders als viele andere Überführte geständig und machte Angaben zu den näheren Umständen und seiner persönlichen Situation in einem Bericht in den Irish Times am 16.1.2012:

Er habe sich das EPO im Internet bestellt und nur einmal im Dezember gespritzt. Vorher habe er nie etwas genommen. Die Kontrolle war gleich am nächsten Tag. „Er habe die Gesundheit dem Lebensunterhalt hinten angestellt.“ So der Reumütige, der sich 2008 beim Dubai Marathon mit einer Leistung von 2:14:06 Stunden für die Olympischen Spiele in Peking qualifizierte. In Peking stieg er nach der Hälfte mit Achillessehnenbeschwerden aus. Danach sei er von Verletzungsproblemen, finanziellen Sorgen und Depressionen geplagt gewesen. In den nächsten Jahren sei er bei drei weiteren Marathons ausgestiegen, zuletzt im Oktober in Chicago, wo er eine Meile vor dem Ziel auf Kurs 2:14 Stunden kollabierte. Das hieß für ihn kein Geld, keine Qualifikation und niemand hätte es interessiert: nur ein DNF ("did not finish") hinter seinem Namen. Finanziell am Ende und weiter von Lebenskrisen geplagt, endete auch die Beziehung mit seiner Freundin. Er nahm Schlafmittel und Anti-Depressiva.

Eines Nachts habe er dann unter „How to take EPO“ gesurft und sich von irgendeiner europäischen Website das billigste Mittel ein Generikum geordert. Die Zwei-Wochen-Kur „Made in Taiwan“ für US $ 500 kam eine Woche später. Es war eine komplett irrationale Entscheidung und ihm war bewusst, das man damit leicht erwischt werden kann. Er war zu der Zeit schon unter Beobachtung, denn 2007 hatte er einen Dopingtest verpasst. Jüngst forderte der irische Verband ihn auf, seine Aufenthaltsorte in den USA transparenter wiederzugeben und zu aktualisieren. Als er sich dann Anfang Dezember die erste Spritze setzte, bekam er noch am gleichen Tag einen Anruf von der World Anti-Doping Agency (WADA). Der irische Verband habe einen Test angefordert. “Ich habe einen schrecklichen Fehler gemacht, der mich meine Karriere kostete. Ich möchte mich bei den anderen Athleten, für das was ich getan habe entschuldigen.”


Marathon-Supermäuse - Manipulation auch bei Menschen möglich? (11.11.2011)

Das stimmt nachdenklich: Durch Veränderungen an dem Molekül NCoR1 in der Muskulatur haben Forscher der École Polytechnique Fédérale de Lausanne bei Mäusen Ausdauer und Kraft deutlich erhöht. Das Molekül wirke als sogenannter Transkriptionsfaktor der normalerweise als Hemmstoff für die Herstellung von Eiweissen gilt, berichten sie im Fachmagazin "Cell". Schalte man diesen Stoff mittels Genmanipulation aus, entwickele sich das Muskelgewebe viel effizienter. Die Muskelfasern waren dichter und die Muskeln insgesamt größer, wie die Forscher berichten. Die einzelnen Muskelzellen hätten zudem mehr Mitochondrien, den "Kraftwerken" der Zelle enthalten, wodurch den Muskelzellen mehr Energie zur Verfügung steht. Die manipulierten Mäuse seien schneller und zweimal so weit gerannt, bevor sie Zeichen von Erschöpfung zeigten. „Wir haben die Mäuse damit zu Super-Marathon-Mäusen gemacht“, sagt Studienleiter Johan Auwerx. Negative Nebenwirkungen habe man nicht beobachtet, zudem habe man den Effekt auch bei Fadenwürmern (Nematoden) festgestellt, so die Forscher. Er sei wahrscheinlich auch beim Menschen vorhanden. Sollte sich dieser Effekt beim Menschen bestätigen, eröffne er vielversprechende Möglichkeiten für die Medizin, so die Wissenschaftler. Man sei bereits auf der Suche nach einem Wirkstoff, mit dem sich das hemmende Molekül durch Genmanipulation gezielt dämpfen oder ausschalten lässt. „Man könnte dieses Mittel nutzen, um Muskelschwäche bei älteren Menschen oder erblich bedingtem Muskelschwund zu bekämpfen“, sagt Auwerx. Die Forscher sehen allerdings auch die Gefahr, dass ein solches Medikament zu Dopingzwecken missbraucht werden könnte.

In einer zweiten Studie im gleichen Fachmagazin "Cell" wirkte ein Ausschalten des Hemmstoffs NCoR1 in Fettzellen von Mäusen, dass diese auch bei Übergewicht keine Anzeichen für Diabetes und andere Folgekrankheiten zeigten. „Die Zellen der Mäuse reagierten sensibler auf Insulin“, sagt der Leiter dieser Studie, Jerrold Olefsky von der University of California in San Diego. Das habe den gleichen Effekt wie gängige Medikamente (Thiazolidindione) gegen Alters-Diabetes, aber ohne deren Nebenwirkungen.


Marokkanische Läufer des Dopings überführt
(24.10.2011)

Wie der Internationale Leichtathletik Verband heute mitteilte wurden die beiden marokkanischen Läufer Fouad El Kaam und Aziz Lahbabi des Dopings überführt. Erster ist ein 1.500 Meter Läufer, der in diesem Jahr 3:34,01 Minuten in Rabat (Marokko) lief. Letzterer ist erst 20 Jahre alt und lief ebenfalls in diesem Jahr in Rabat die 5.000 Meter in 13:13,68 Minuten. Beide wurde positiv auf die Substanz Methylhexanamin getestet. Es handelt sich dabei um ein Stimulanz, das in den letzten Jahren vielen Nahrungsergänzungsmitteln illegal zugesetzt wurde. Die beiden Läufer wurden für ein halbes Jahr bis zum 3.Januar 2012 gesperrt. Diese Sperre dürfte wohl kaum weh tun, da alle wichtigen Wettkämpfe, auch die in der Halle, erst danach stattfinden.


EPO-Doping: Brasilianerin Simone Alves da Silva gesperrt (15.10.2011)

Die Langstreckenläuferin Simone Alves da Silva (Brasilien) ist wegen Dopings gesperrt worden. Ihr wurde EPO nachgewiesen. Von den Panamerikanischen Spielen in Guadalajara (Mexiko) wurde sie ausgeschlossen. Die 27-Jährige hatte in diesem Sommer über 5.000 Meter (15:18,85 min) und 10.000 Meter (31:16,56 min) Landesrekorde aufgestellt.

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